mpz-salon: Stumpfe Sense – Scharfer Stahl

Bauern, Industrie und Nationalsozialismus

Aufmarsch von Bauern in Beidenfleth zur Verhinderung einer Zwangsversteigerung


mpz-salon im mpz:
Donnerstag 12. März, 19 Uhr:
‚Stumpfe Sense – Scharfer Stahl‘
von Quinka Stoehr, Kay Ilfrich und Jens Schmidt/ 95 min / D 1990

Zu Gast: Quinka Stoehr


Auf Bauerndemonstrationen wird vermehrt die Fahne der schleswig-holsteinischen Landvolkbewegung aus den 20er Jahren gezeigt – einer radikalen, völkischen Protestbewegung, die weitestgehend im Nationalsozialismus aufging.  Aus diesem Anlass ist der Film Stumpfe Sense – Scharfer Stahl wieder hochaktuell.

Inhalt:  1928 beginnen die Bauern in Schleswig-Holstein angesichts einer tiefgreifenden Agrarkrise gegen die Staatsgewalt zu rebellieren. Mit dem Boykott von Zwangsversteigerungen, schließlich auch mit Bomben kämpfen sie um den Erhalt ihrer Höfe. Die Landvolkbewegung wird für kurze Zeit zum politischen Hoffnungsträger und zugleich zum Ausdruck einer fundamentalen Opposition zum Weimarer Staat.

 Der Film rekonstruiert die schleswig-holsteinische Landvolkbewegung Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts und zeigt die Ursachen der Radikalisierung der Bauern. Wie in einem Brennglas werden anhand dieser regionalen Protestbewegung die Entstehungsbedingungen des deutschen Faschismus minutiös beleuchtet.

Vielen Hamburger*innen bekannt: Pep Bergmann, der neben Anderen in dem Film interviewt wird.

Eintritt frei – Spende erwünscht

Informationen zu unseren Veranstaltungen: Wir informieren und laden gerne zu unseren aktuellen mpz-Veranstaltungen per eMail ein. Wer in den eMail-Verteiler will, sende bitte eine entsprechende eMail an uns: info@mpz-hamburg.de

Das mpz unterstützen: Das mpz – Medienpädagogik Zentrum Hamburg e.V. ist ein selbstorganisiertes unabhängiges alternatives Medienzentrum seit 1973. Im mpz werden u. a. Videofilme produziert, archiviert, diskutiert, verliehen und nun auch verkauft. Wir finanzieren uns fast ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Darum sind Spenden dringend erwünscht: Unser Konto: mpz hamburg eV, Konto: IBAN DE15 4306 0967 2068 5756 · BIC GENODEM1GLS Am meisten freuen wir uns über regelmäßige Förderbeiträge auch kleiner Summen. Ab einem Beitrag von 9,50 Euro/Monat bedanken wir uns mit der kostenlosen privaten Nutzung unseres Archivs

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mpz-salon: ‚Sold City – Nichts Machbar ?‘

Wir alle wissen und erleben es. Wohnen ist fast unbezahlbar geworden. Die Politik verspricht Abhilfe, aber es geschieht nichts.


mpz-salon im mpz:
Dienstag 3. Februar, 19 Uhr:
‚Sold-City – Wenn Wohnen zur Ware wird‘
Filmteam Leslie Franke, Herdolor Lorenz, Stefan Corinth, Alexander Grasseck, Rasmus Gerlach / 120 min

Zu Gast: Leslie Franke und Herdolor Lorenz

Der Film Sold City, von dem jetzt beide Teile in einer Fassung von 120’ vorliegt, geht den Ursachen nach.

Banken, Fonds und internationales Anlagekapital drängen in die Städte. Kaum jemand scheint mehr sicher vor dem Verkauf seiner Wohnung. Beim Kasse Machen sind die einzigen, die dabei stören, die Mieter. So formuliert es Daniel Dieckmann aus der Habersaathstrasse in Berlin. Beim Entmieten und Zwangsräumen werden die Eigentümer mit ihren teils kriminellen Methoden von der Polizei gedeckt.

Der Sozialwohnungsbau schwindet im Dienste privater Investoren seit Jahrzehnten trotz Milliarden schwerer Subventionen. Wie sieht das in anderen Großstädten wie London oder Wien aus um die das Investorenkapital ebenso kreist?

Das System erlaubt es großen Wohnkonzernen, mit der Miete hauptsächlich die Dividenden der Aktionäre finanzieren. Daher fordert die Volksinitiative „Deutsche Wohnen & Co“ nach Enteignung großer Wohnungskonzerne. In London ist die Situation für Mieter*innen noch verschärfter. Anna Minton, Buchautorin und Dozentin beschreibt die Verdrängung der arbeitenden Bevölkerung nicht mehr als Gentrifizierung, sondern als Sterilisierung der Städte. Nur Wien schafft es scheinbar spielend, dass private Investoren zwei Drittel als geförderte Wohnungen bauen müssen und die Mieter darin ihr Leben lang sicher sind. Warum ist das bei uns nicht möglich? Boden ist ein begrenztes Gut. Wenn viel „freies Kapital“ über dem Boden kreist, explodieren die Bodenpreise. Genau das ist seit der Finanzkrise passiert. Ein unlösbares Problem? Wir schauen nach Singapur, einem hochkapitalistischen Stadtstaat. Dort leben aber 86% der Bevölkerung im Kommunalen Wohnungsbau. Ein Boden-Enteignungsgesetz macht das möglich. Warum sollte das nicht auch bei uns funktionieren?
Trailer

Eintritt frei – Spende erwünscht

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mpz auf dem Land: ‚Freistaat Mittelpunkt‘


Sonntag 1.Februar, 19 Uhr:
Freistaat Mittelpunkt –
Das Leben von Ernst Otto Karl Grassmé – eine Geschichte aus der Nachbarschaft
von Kai Ehlers, 79 min, 2019,  

Zu Gast: Vertreter des Ortsarchiv Horst

im KiebitzHuus – Schulstraße 65 – 25368 Kiebitzreihe – Eintritt Frei – Spende erwünscht

Als psychisch Kranker wurde er im Nationalsozialismus interniert und zwangssterilisiert. 1939 entlassen entkam er gerade noch dem Euthanasieprogramm. Nach diesen Erfahrungen lebte er als Einsiedler in unserer Nachbarschaft, auf einem Moorgrundstück bei Dauenhof, wo er 1991 starb.


Der Film zeichnet anhand bewegenden Bildern und Briefen die Lebensgeschichte von Ernst Otto Karl Grassmé und seiner Frau Berta, die zeitweilig mit ihm im Moor lebte, nach.

Seine Erfahrungen mit der nationalsozialistischen Rassenideologie setzen sich nach dem Krieg fort. 1950 wird seine Schadensersatzforderung für seine Zwangssterilisierung als ‚Erbgesundheitssache’, ein Begriff aus dem Nationalsozialismus, eingestuft. Erst kurz vor seinem Tod wird ihm eine Rente von 100 Mark bewilligt. Eine Entschuldigung hat er nie erhalten.

Zu dem Film und der Geschichte von Ernst Otto Grassmé gibt es ein vielfältiges Archiv: https://archiv.freistaat-mittelpunkt.de/film

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mpz + HfbK: ‚Als ob die das beurteilen können‘

das neue Jahr startet gleich mit einer Filmvorführung am
Dienstag, 6. Januar 2026 um 20 Uhr
im Kino des Filmhauses der Hfbk (Hochschule für bildende Künste), Finkenau 42, 22081 Hamburg

mit dem Film:
‚Als ob die das beurteilen können‘ Zum § 218
von der Frauengruppe HfbK, Dörte Eißfeld, Gisela Schanzenbach 1975 / 57 min
Digitalisiert: Bildwechsel e.V. + mpz e.V.
Technisch überarbeitet: mpz e.V.

Beim anschließenden Gespräch:
Filmemacherinnen Gisela Schanzenbach + Dörte Eißfeld (versucht zu kommen), Frauen der damaligen Frauengruppe HfbK,

Der Film zeigt den Zusammenhang des § 218 mit dem Leben einer Frau. Karin erzählt aus ihrer Geschichte, über ihren Alltag, ihre Ehe(-scheidung), Beruf, wie sie Kinder bekam, die sie eigentlich nicht wollte, ihre Abtreibung.

Es ist kein Einzelschicksal, Ehe, Beruf, Kinder, Scheidung sind Bereiche die zusammenhängen und in die der §218 entscheidend eingreift. Dies und die Aktionen gegen den §218 werden in verallgemeinernden Blöcken thematisiert. Leider sind die Auswirkungen und die Auseinandersetzung um das Selbstbestimmungsrecht der Frauen bis heute nicht zu Ende. So ist der Film ein wichtiges Dokument unserer Zeit.

Mit diesem Film startet eine Reihe von Sichtungen/Filmvorführungen von ‚Frauenfilmen‘ in der HfbK und im mpz. Das Ziel ist eine Auswahl für eine Frauenfilmreihe im Metropolis zu treffen.

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mpz-salon: ‚Juli 76 – das Private ist politisch‘



mpz-salon im mpz am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen:
Dienstag 25. November 25, 19 Uhr:

‚Juli 76 – das Private ist politisch – wie in Hamburg das erste autonome Frauenhaus entstand‘
von Ulrike Schaz / Mitarbeit: Silke Büttner, Petra Schlesiger (1.und 3. Frauenhaus Hamburg)

Zu Gast: Filmemacherin Ulrike Schaz (+Gründerin 1.Frauenhaus), Gisela Friedrichs (Gründerin 1. Frauenhaus) + Jasmin (Mitarbeiterin des jetzigen Frauenhauses (angefragt) Trailer

1976. Im Rahmen der Frauenbewegung kämpfen Frauen gegen den § 218, gegen Sexismus und Pornografie, die Vorherrschaft des männlichen Geschlechts und des männlichen Blicks. Frauen haben es satt, als Anhängsel von Männern gesehen zu werden. Sie wollen Subjekte ihrer eigenen Geschichte sein. Wie in Berlin und Köln hat sich auch in Hamburg eine Gruppe gebildet, die sich speziell mit  Gewalt gegen Frauen in Ehe und Familie befasst.

Gewalt gegen Frauen ist in den 70er Jahren noch ein gesellschaftliches Tabu. Aber in Chiswick bei London gibt es bereits ein Frauenhaus, das den Gruppen in Deutschland als Vorbild dient. Ein solches Haus, findet die Gruppe „Frauen helfen Frauen“, muss es auch in Hamburg geben. Tag und Nacht soll es offen für Frauen und ihre Kinder sein, die aus Gewaltverhältnissen weggehen wollen. Selbstbestimmt soll das Leben im Haus sein, ein Projekt der Hilfe zur Selbsthilfe.

Die Filmemacherin, eine der Initiativfrauen des Projekts, erzählt in einer Montage von damals aufgenommenen schwarz-weiß Fotos, Dokumenten und heutigen Interviews mit beteiligten Frauen wie sie damals loszogen, um ihre gesellschaftliche Utopie umzusetzen und wie so in Hamburg das erste autonome Frauenhaus entstand.

Eintritt frei / Spende erwünscht / Der Film ist als DVD zu bestellen

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